LieSaSo am 11.05.2019:

Wie aus der Spargeltour eine Spargelsuppen-Matjestour wurde …

 

Alles fing ganz harmlos an. Der „Elefant“ blickte wohlwollend auf die Gruppe vom Bremer Liegeradtreff, die sich auf drei Trikes (!), 4 Einspurern und einem anderen Fahrrad zum Deich in Woltmershausen aufmachte. Dort traf sie, nach Überquerung des ersten Gewässers (der Weser) auf den 9. Mitfahrer. Weiter ging es entlang der alten Ochtum, über die (normale) Ochtum und über die Varreler Bäke. Am Uhlenbroker Weg sahen wir keine Uhl, wohl aber einen Storch. Wir überquerten die Heidkruger Bäke und fuhren entlang der Delme über das Nordwolle – Gelände hinein nach und hinaus aus Delmenhorst. Fast pünktlich wurde der Gasthof in Schlutter erreicht. Der Tacho zeigte 24 Km an. Die Tischkarte zeigte die Reservierung für „Familie Schmidt“ an. Die Speisekarte zeigte an, dass das Spargel-Menü für die meisten nicht zu bewältigen war. Ob es an den fischreichen Gewässern entlang der Strecke lag (wir haben viele Fischreiher gesehen…), das wissen wir nicht. Aber wir wissen: es wurde 5x ein Matjesgericht und 2x ein Fischgericht (Zander) bestellt. Statt Spargel. Zwei haben sich ein Spargelmenü geteilt. Spargelsuppe gab's für alle, Dessert auch. Satt und etwas schwerer geworden starteten wir nach ca. 2 Stunden die Tour zurück nach Bremen. So war aus einer Spargeltour eine Spargelsuppen – Matjestour geworden. Nun wurde die Steller Heide auf Wegen verschiedenster Qualität umrundet. Asphalt, Schotter, Sand mit und ohne Kuhlen, Pflaster, Gras mit Trampelpfad, alles wurde erfahren. Immer bei Sonnenschein und meistens im Grünen. Nach 7 Kaffee und einem Tee vor einer Teestube wurde das letzte Hindernis umfahren bzw. von den Trikefahrern unterquert. Danach haben (fast) alle den Park Links der Weser durchquert. Zwischendurch war ein Mitfahrer nach Hause abgebogen. Und Bremen war wieder in Sicht. Nachdem ein Mitfahrer in Grolland und eine Mitfahrerin am Osterdeich nicht mit abgebogen waren, löste sich die Gruppe vom Bremer Liegeradtreff hinterm Friedenstunnel friedlich auf. Zwei ließen es sich aber nicht nehmen, nach genau 50 km wohlwollend auf den „Elefanten“ zu blicken. Alles endete ganz harmlos.

Grüße

Hans-Hermann

 

Fotos von Klaus-Peter

Film von Andreas Höfer

Klaus-Peter hat als einziger Liegeradler an der ersten Schokofahrt aus Bremen nach Amsterdam teilgenommen. Start 17.04.2019. Hier sein toller, umfangreicher Bericht:

 

Tag 1:

 

Moin Schokoladenliebhaber*innen!


Neun Schokofahrer*innen aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind heute morgen, am Mittwoch, dem 17. April, zur Fahrt nach Amsterdam aufgebrochen. Sie wollen dort die gesegelte „TRES HOMBRES“ Schokolade bei den „Chocolatemakers“ abholen.  Die erste Etappe führte sie über Wildeshausen, Cloppenburg bis nach Haselünne - am Ende des Tages standen etwa 115 Kilometer auf dem Zähler. 

 

Am Mittwoch nach Ostern werden sie zurück in Bremen erwartet, um die Schokolade in die bestellenden Bremer Läden zu verteilen. Wer die Schokofahrer begrüßen will, ist herzlich willkommen beim Pressetermin am 24.4.2019 um 9:30 Uhr vor der Jugendherberge Bremen (Kalkstraße 6).

Tag 2:

 

Moin,

ein paar Notizen und Eindrücke vom 2. Tag der Bremer Schokofahrer*innen:

 

Am Donnerstag (18. April) waren wir zu zehnt unterwegs - 5 aus Bremen zusammen mit den Fahrer*innen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und dem nördlichen Niedersachsen. Von Haselünne ging’s nach Nordhorn, dann fast 30 Kilometer entlang eines früheren Kanals bis Almelo und weiter in westlicher Richtung durch die Niederlande. Kurz vor dem Ziel, dem Campingplatz „De Sturmannskolk“ bei Welsum,  brachte eine kleine Fähre uns noch über die IJssel. Am Ende des Tages Tages standen 130 Kilometer auf dem Tacho. Morgen werden wir Amsterdam erreichen - hoffentlich weiter vom Ostwind voran getrieben und von der Sonne verwöhnt. 

Tag 3:

 

Moin Schokoladen-Liebhaber*innen

 

Heute haben wir nach 100 Kilometern Fahrradfahrt Amsterdam erreicht. Unterwegs waren wir durch Flevoland, haben jede Menge Wasser überquert und die Aussichten von den Deichen immer wieder genossen. Dabei erblickten wir auch erstmals bunte Tulpenfelder. 

Am späten Nachmittag standen wir glücklich am Ortsschild. Auf dem Campingplatz trafen dann nach und nach etliche weitere Schokofahrer*innen ein. Morgen steht dann der Besuch bei den chocolatemakers und die Abholung der Schokolade für Bremen auf dem Programm - wir sind gespannt!

Tag 4:

 

Moin Schokoladen-Liebhaber*innen,

 

am Ostersamstag, 20. April 2019, war es soweit: die TRES HOMBRES Schokolade konnte bei den chocolatemakers abgeholt werden. Zu dem kleinen Event kamen über 160 Schokofahrer*innen auf dem Hof der chocolatemakers in Amsterdam-Noord zusammen, um 1,6 Tonnen feine Schokolade in Empfang zu nehmen.  

 

Sie wurden von der Bürgermeisterin begrüßt und mit Rosinenbrötchen, Waffeln und Schokoladenproben durch den Schokoladenmachernachwuchs lecker beköstigt, während sie auf ihre jeweiligen Lieferungen warteten. Einige machten sich sofort auf den Heimweg, während die Bremer noch ein wenig den Sonnentag in Amsterdam genossen. 

 

Unter dem Motto KEEP KOOL machten sie sich außerdem daran, die kostbare Ware in den Lastenrädern von Slokoffie und Fietje sowie auf den Anhängern zu verstauen - das Puzzle ging auf! Mit reflektierender Folie wurden die Pakete gegen die angesagte Wärme noch gesichert. Sonntag in aller Frühe geht’s dann los gen Bremen - vermutlich gegen den weiter anhaltenden Ostwind...

 

Tag 5:

 

Moin Schokoladen-Liebhaber*innen

 

Auch am Ostersonntag hieß es früh aufstehen für die Bremer Schokofahrer*innen. Es galt die Morgenkühle und den noch schwächeren Wind auszunutzen. 

Nach dem gehaltvollen Frühstück auf dem Campingplatz Vliegenbos verabschiedeten wir uns von unserem Special Logistik Support one woman team, das uns in Amsterdam unterstützte und durch die Abnahme von nicht mehr benötigter Ausrüstung die Rückreise erleichterte - vielen Dank an Antje!

 

Per Fähre wechselten wir auf die andere Seite von Amsterdam und nach ein paar Kilometern zogen wir noch mal alle Pack-Gurte nach. Wir übten das eng zusammen fahren gegen den aufkommenden und anhaltenden Ostwindes - die elektrisch unterstützten Lastenräder vorneweg, die Muskelkraft getriebenen Fahrzeuge samt Anhängern hintendrein. Je länger der Tag dauerte, desto besser klappte es. Die Konzentration musste dabei stets hochgehalten werden. 

 

Die zunehmende Wärme bereitete uns etwas Sorgen um die Schokolade, doch in den Kisten und Paketen blieb es immer etwas kühler als in der Umgebung. Am Nachmittag nutzten wir dann sicherheitshalber noch die Verdunstungskühle eines angefeuchteten Handtuchs. 

 

Die Etappe entsprach genau umgekehrt den 100 Kilometern Fahrradfahrt u. a. durch Flevoland von Tag 3, nur jetzt mit fast permanentem Gegenwind. Etwas Entspannung fanden wir beim Sprung in den See oder beim leckeren selbst bereiteten Mahl auf dem Campingplatz an der IJssel bei Welsum. Nur: Morgen soll es noch wärmer und windiger werden!

Tag 6:

 

Moin Schokoladen-Liebhaber*innen!

 

Am Ostermontagmorgen sahen wir die Sonne über dem IJsseldeich aufgehen, während gleichzeitig noch der abnehmende Mond im Westen am Himmel stand. Unser Frühaufstehen wurde ausgebremst, als wir die IJssel überqueren wollten: am Feiertag fährt die Fähre erst ab 9 Uhr!

Auf zur nächsten, 7,5 Kilometer weiter nördlich, deren erste Fahrt wir dann erwischten. Das Tagesprogramm war damit schon mal anzupassen, die Strecke neu zu planen; Fahrradpannen, Einkaufsmöglichkeitensuche am Feiertag, Nachkleben der flatternden reflektierenden Folien über der Schokolade, anfeuchten der kühlenden Handtücher in der Zeit der zunehmenden Wärme waren die weiteren Herausforderungen des Tages. 

Die größte aber stellte der stetig auffrischende, äußerst böige Ostwind dar: das Fahren in Formation half zwar, verlangte aber stete hohe Konzentration. 

 

Am Nachmittag überquerten wir dann zunächst unbemerkt die holländisch-deutsche Grenze - aber es wechselte nicht nur die Farbe der Radwegweiser von rot zu grün sondern auch die Qualität der Radwege, Oberfläche, Breite, Führung ließen plötzlich deutlich mehr zu wünschen übrig. 

 

Wir überquerten noch die Ems, um dann in Haselünne ziemlich unfreundlich auf dem Campingplatz empfangen zu werden:  „was wollt ihr denn schon wieder hier?“ 

Nun ja, für eine Nacht, nach über 130 Kilometern, zum Rasten und Energie auffüllen reicht‘s... Dazu gehörte auch ein Schokoladen-Test-Essen als Dessert: eine der Dankeschön-Tafeln der Chocolatemakers, die ohne besondere Schutzmaßnahmen durch die Wärme des Tages transportiert worden war, wurde ausgepackt. Ergebnis einwandfrei und ausgezeichnet gemundet!

 

Morgen erreichen wir endlich Bremen...

Tag 7:

 

Moin Schokoladen-Liebhaber*innen!

Am Dienstag, 23. April ging es auf die letzten 120 Kilometer von Haselünne bis nach Bremen. Der böige Ostwind machte uns weiter heftig zu schaffen, der Staub von den trockenen Äckern wehte uns ins Gesicht. Um die Strecke kurz zu halten, fuhren wir viel entlang von Bundesstraßen, auf denen zahllose LKWs an uns vorbeidonnerten.

Die unmittelbare Erfahrung der Trockenheit, des Lärms und der Abgase unterstrichen für uns noch einmal die Bedeutung der #schokofahrt. Mit dem emissionsfreien Transport von Schokolade halten wir den Klimawandel zwar noch nicht auf, wir zeigen aber, dass es Möglichkeiten gibt zu handeln. Davon brauchen wir natürlich noch viel mehr!!!

Am Mittag trafen wir die Hamburger wieder - anlässlich der Fahrradwochen in Cloppenburg wurden wir dort vor dem Rathaus mit Erfrischungsgetränken empfangen.

Eine (vorhersehbare) Reifenpanne hielt uns dann erst mal auf - den Ersatzmantel hatten wir kurz zuvor im Fahrradladen in Löningen besorgt. Kurz vor Wildeshausen trafen wir ein Radio Bremen-Kamerateam, das für bunten un' binnen drehte.

 

Gegen 19:30 Uhr hieß es dann: ANGEKOMMEN! WIEDER IN BREMEN!

Tag 8:

 

Am Mittwoch, 24. April verabschiedeten wir die Hamburger vor der Jugendherberge und standen den Medienleuten Rede und Antwort. Das buten un' binnen-Kamerateam begleitete uns noch zur ersten Auslieferung in die Neustadt. Im KörnerKlub sortierten wir alle Lieferungen, labelten einen Teil der Tafeln mit dem Sticker "emissionsfrei transportiert" und stellten sie heute allen Läden zu, die ihre Bestellungen auch im voraus bezahlt hatten...;-)

 

FAZIT: Wir würden es wieder tun - wie und wo und wann auch immer!

 

Schöne Grüße von

Amin, Frank, Klaus-Peter, Lena, Wolfgang